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Höchstdotierter Friedenspreis der Welt für Karlheinz Böhm
„Für sein Lebenswerk im Dienst der Humanität“ wurde Böhm am 23. November mit dem international höchstdotierten Friedenspreis geehrt. Der Balzan Preis kommt Projekten von Menschen für Menschen in Äthiopien zugute.
Die Geschichte der Menschheit beginnt in Äthiopien. Vor ca. 3,5 Millionen Jahren war Äthiopien als erstes Land der Welt besiedelt. Das 1974 gefundene Skelett von Lucy gilt als das "fehlende Glied" zwischen Affen und Menschen.
Bereits 3000 v. Chr. hält die Geschichtsschreibung Handel mit der ägyptischen Hochkultur fest. Die Ägypter kauften im damaligen Abessinien Weihrauch, Myrrhe, Gold, Elfenbein und Sklaven ein. Wesentlich früher als bei uns, seit 330 n. Chr., war auch der christliche Glaube Staatsreligion.
Kaiser Haile Selassie führte Äthiopien 1930 in die Unabhängigkeit und setzte sich gegen die Machtansprüche Großbritanniens und Italiens durch. Äthiopien blieb das einzige Land, das nie vollständig von Kolonialherren erobert wurde. 1974 wurde der Kaiser entthront und der neue Staatspräsident Mengistu Haile Mariam gründete mit sowjetischer Protektion eine marxistische Volksrepublik.
Schon seit 1962 schwelte in der Provinz Eritrea und im Tigray ein Konflikt, der im Kampf gegen das Mengistu-Regime zum blutigen Bürgerkrieg wurde. 1991 musste Mengistu flüchten und der neue Ministerpräsident Meles Zenawi machte Eritrea als Dank 1993 zum unabhängigen Staat. Politische und wirtschaftliche Reformen wurden durchgeführt und 1994 erhielt Äthiopien eine Verfassung nach deutschem Muster als Bundesrepublik mit 14 Regionen.