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Als am 18. Oktober 2003 das dritte große, von Menschen für Menschen gebaute Krankenhaus eingeweiht wurde, war überraschend hoher Besuch angereist: der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi. Doch er war nicht nur gekommen, um für das neue Hospital zu danken.
Der Staatschef erklärte: „Karlheinz Böhm arbeitet seit über 20 Jahren in vielen Teilen des Landes auf so unterschiedlichen Gebieten wie der Verbesserung der Landwirtschaft, der Gesundheitsversorgung, er lässt Schulen, Brunnen und Bewässerungssysteme bauen und unterstützt unsere Frauen und Kinder. Er hilft unserem Volk, sich selbst zu entwickeln und unabhängig zu werden. Wir betrachten ihn als einen von uns. Daher verleihe ich ihm heute die äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft.“
Tief davon bewegt, als erster Ausländer diese hohe Anerkennung Äthiopiens zu erhalten, erwiderte Karlheinz Böhm: „Ich fühle mich wirklich als einer von Ihnen. Ich verspreche, bis zum letzten Atemzug mit ganzer Kraft dafür zu arbeiten, die Armut in diesem Land zu überwinden. Mein größter Wunsch ist es, dass der äthiopische Ministerpräsident eines Tages zu mir kommt und sagt: ‚Danke Karl, ich brauche dich nicht mehr. Wir stehen jetzt auf eigenen Beinen.’ Doch bis dahin werde ich nicht müde, Hilfe zur Selbstentwicklung zu leisten. Und selbst wenn ich eines Tages nicht mehr sein sollte, werden meine äthiopische Frau Almaz und später unser Sohn Nicolas meine Arbeit fortführen.“
Als Menschen für Menschen 1988 mit der Bevölkerung in Merhabete ein Entwicklungsprojekt begann, zeigte sich, dass vor allem die katastrophal schlechte medizinische Versorgung auf ein menschenwürdiges Niveau gebracht werden musste. 120.000 Menschen im Umkreis von 1.200 km standen nur vier Krankenstationen und eine marode Poliklinik zur Verfügung. Menschen für Menschen renovierte sie, baute neue Krankenstationen und Gesundheitsposten und stattete sie mit allem notwendigen Inventar aus. Mobile Dienste brachten medizinische Basisversorgung auch in entlegene Dörfer. Doch noch immer mussten Notfallpatienten ins 180 km entfernte Addis Abeba gebracht werden, um operiert werden zu können. So beschloss Karlheinz Böhm, in der Regionalhauptstadt Alem Katema ein Distriktkrankenhaus zu errichten.
Bei der Grundsteinlegung 1998 suchte ein Mädchen namens Enat (zu deutsch: Mutter) Karlheinz Böhms Nähe. Er nahm ihre Hand und wandte sich an die Anwesenden: „Lasst uns das Krankenhaus Enat Hospital nennen, als Zeichen unserer Verantwortung für die junge Generation dieses Landes!“. Seitdem ist das „Alem Katema Enat Hospital“ medizinisches Zentrum für 400.000 Menschen. Weit über Merhabete hinaus. Es verfügt über zwei große Operationsräume, eine Mutter-Kind-Station, eine augenärztliche Abteilung, Anästhesiegeräte, ein EKG, ein Ultraschall- und ein Röntgengerät, ein Labor und eine Apotheke. Ein Team von 80 medizinischen Kräften garantiert mit 63 Betten und einer ambulanten Abteilung für 100 Patienten pro Tag einen umfassenden Gesundheitsservice in allen wichtigen Bereichen.
Damit sich Äthiopien aus eigener Kraft entwickeln kann: Unterstützen Sie uns, denn Mithelfen ist besser als Mitleiden.
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