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Schon am frühen Abend geht in Äthiopien die Sonne unter und völlige Dunkelheit legt sich über das Land. Denn 80 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zum Stromnetz. Doch in den beiden Dörfern Rema und Kechemober im äthiopischen Hochland erstrahlt Licht in den traditionellen Rundhütten, den Tukuls. Die Dorfbewohner verfügen über Solarenergie – und mit einem Druck auf den Lichtschalter wird es hell.
Seit 2004 läuft in der Region Mida ein Pilotprojekt, das Menschen für Menschen gemeinsam mit der Stiftung Solarenergie durchführt. 1100 kleine Solaranlagen wurden bereits installiert. Schon ein 10-Watt-Modul auf dem Dach eines Tukuls reicht, um tagsüber eine Batterie zu füllen, die abends Strom für Energiesparlampen liefert. Dank der Solaranlagen können in Rema und Kechemober Handwerker abends ihrer Arbeit nachkommen, Schüler Hausaufgaben machen, Patienten in der Krankenstation behandelt werden. Hier kann Entwicklung stattfinden! Solarenergie birgt aber noch weitere Vorteile: Die Menschen sind nicht mehr dem Rauch der trüben und gesundheitsschädigenden Kerosinlampen ausgesetzt. Auch sind die Nutzungskosten günstiger als das schädliche Kerosin. Nur 17 Cent zahlt ein Benutzer pro Monat für vier Lampen. Von dem Geld wird der nach einigen Jahren notwendige Austausch der Batterien bezahlt.
Die Nutzung erneuerbarer Energien ist für Äthiopien wie für ganz Afrika etwas vollkommen Neues. Über Dreiviertel der äthiopischen Bevölkerung sind Bauern und Viehzüchter. Technischer Fortschritt gelangt nur sehr eingeschränkt zu den Menschen, Elektro-Fachkräfte gibt es kaum. Daher gehört zu dem Pilotprojekt mehr als die Installation von Solaranlagen. Menschen für Menschen und die Stiftung Solarenergie leisten Hilfe zur Selbstentwicklung. Die Projekte sollen nachhaltig sein. So werden die Einwohner von Rema und Kechemober angelernt, die Solaranlagen selbst instand zu halten und zu warten. Dadurch kann eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen erzielt werden. Das Pilotprojekt läuft so erfolgreich und wird von den Menschen so gut angenommen, dass in Kürze ein weiteres Dorf „solarifiziert“ wird.
Foto: Stiftung Solarenergie
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