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Berhane Tesfaye hat es geschafft. Als einziges von sechs Kindern einer armen Bauernfamilie hat die 19-jährige Abitur und einen Beruf. Dabei lag das Gymnasium in der nächstgelegenen Stadt Bure zu weit von ihrem Dorf entfernt. Berhane konnte die Schule erst besuchen, als Menschen für Menschen in Bure ein Mädchenwohnheim bauen ließ. Nach einem guten Abitur schaffte sie die Lehrerausbildung mit Auszeichnung. „Ohne das Wohnheim wäre ich früh verheiratet worden. Ich hätte den ganzen Tag Kinder hüten und kochen müssen, hätte Wasser und Holz geschleppt wie meine Mutter und meine Schwestern,“ erklärt die junge Frau. “Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal einen besseren Weg gehen kann!“
Auf dem Land gibt es nur wenig weiterführende Schulen. Für die meisten Kinder sind die Schulwege daher zu weit und besonders für Mädchen zu gefährlich. Für sie sind Wohnheime in der Nähe der Gymnasien oft die einzige Möglichkeit, eine höhere Schule abzuschließen und ein eigenständiges Leben zu führen. Einmal im Monat gehen die Mädchen nach Hause, um ihre Familien zu besuchen und sich mit Essensvorräten einzudecken. An den übrigen Wochenenden finanziert Menschen für Menschen Kurse in Nähen, Hauswirtschaft und Hygiene, aber auch Aufklärungsprogramme über Beschneidung und die Aids-Risiken. Nach dem Unterricht haben die Mädchen Zeit für Hausaufgaben und erhalten damit die gleichen Chancen wie Jungen. Mit Erfolg: die meisten Mädchen aus den Wohnheimen von Menschen für Menschen ergreifen später einen Beruf oder studieren und schaffen so den Schritt in die Unabhängigkeit.
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