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Nagayabrief
 
Aktuelle Ausgabe 02/2008
Nagaya (Frieden) heißt das erste Menschen für Menschen-Dorf in Äthiopien - ein Symbol dafür, dass die Stiftung ihre Hilfe auch als Friedensarbeit versteht.
Das gleichnamige Informationsmagazin, der Nagayabrief, erscheint viermal im Jahr und berichtet über aktuelle Entwicklungen und Fortschritte in den Projekte in Äthiopien sowie Aktionen und Veranstaltungen in Deutschland.
 
Steinige Böden und erodiertes Land, Wassermangel und archaische Anbaumethoden: Die Landwirtschaft im nördlichen Hochland Äthiopiens ist Knochenarbeit. Mit Hacken und einscharigen Pflügen bearbeiten die Bauern die Felder. Doch die Ernte reicht oft nicht aus, um satt zu werden.
Getreide und Gemüse können gedeihen, wenn es genug Niederschläge gibt. Doch durch Entwaldung und klimatische Veränderungen regnet es in Merhabete wenig und hier oben, auf 2250 m ü. d. M., gibt es weder Bäche noch Flüsse.
Menschen für Menschen legt deshalb Wasserauffangbecken mit einem Fassungsvermögen von bis zu 60 Mio. Liter an, um Wasser der Regenzeit zu sammeln und später über Rohre und Kanäle auf die Felder zu leiten. Dafür werden riesige Erosionsgräben, die für den Ackerbau verloren sind, ausgebaut und abgedichtet.
Doch Bewässern alleine reicht nicht. Weitere Erosion kann durch Aufforstung mit Setzlingen verhindert werden. Terrassenbau verhindert das Wegbrechen und Abschwemmen kostbaren Hanglandes. Um die Böden zu schonen, regt Menschen für Menschen Fruchtwechselwirtschaft an und hilft bei der Einführung von Pionierpflanzen und Gemüsesorten, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.
Beginnende Erosionsgräben werden mit Steinwällen und stark wurzelndem Vetivergras stabilisiert und begrenzt und später ebenfalls mit Setzlingen bepflanzt. Nach und nach füllen sie sich wieder und das Land ist für die Feldwirtschaft zurückgewonnen.
Die landwirtschaftlichen Berater von Menschen für Menschen leben mit den Bauern in den Dörfern. Sie planen die Arbeit gemeinsam und tauschen ihre Erfahrungen aus. Graben und pflanzen übernehmen die Bauern selbst. Dies ist harte Arbeit. Doch sichtbare Erfolge auf der einen Seite und aktive Mitarbeit auf der anderen garantieren die Pflege und Fortführung all dessen, was zu einer gesicherten Landwirtschaft gehört.
Um dauerhafte Abhängigkeit zu verhindern, gibt Menschen für Menschen den Bauern Anregungen, die sie leicht nachmachen können. Inzwischen kopieren staatliche Entwicklungsstellen unsere Methoden. Sie sind Vorbild für das, was in einer schwierigen Umwelt für Mensch und Natur getan werden kann. Lokale öffentliche und private Institutionen betonen den Modellcharakter von Merhabete. Wir freuen uns sehr darüber. Doch der wirkliche Erfolg sind die „Früchte der Arbeit“, mit denen wir so vielen Familien eine sichere Existenz geben können.
Damit sich Äthiopien aus eigener Kraft entwickeln kann: Unterstützen Sie uns, denn Mithelfen ist besser als Mitleiden.
 
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