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Während wir hier die Sonne genießen, hofft die Bevölkerung Äthiopiens, dass der lang erwartete Niederschlag wirklich fällt. Dann wachsen und gedeihen auch die 6,6 Millionen Baumsetzlinge, die allein 2007 von Menschen für Menschen verteilt wurden. Helfen auch Sie, Bäume zu pflanzen. |
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Die äthiopische Bevölkerung braucht Holz: zum Heizen, Kochen, als Baumaterial, zum Herstellen von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen. Die Bewaldung Äthiopiens ist in Folge dessen in den letzten 100 Jahren von rund 40 Prozent der Landesfläche auf weniger als 4 Prozent zurückgegangen. Die Abrodung hat zusammen mit dem weltweiten Klimawandel und einem starken Bevölkerungswachstum verheerende Auswirkungen: Es regnet weniger, Boden verödet, fruchtbares Land wird weggeschwemmt, landwirtschaftliche Nutzfläche verwandelt sich in Wüste.
Mit Wiederaufforstungsprogrammen fördert Menschen für Menschen eine nachhaltig nutzbare Umwelt, die überlebensnotwendig ist für die äthiopische Bevölkerung. Baumschulen sind dabei ein wichtiger Bestandteil, 188 wurden bereits angelegt. Und seit einiger Zeit werden dort auch Eukalyptusbaumsetzlinge gezogen - denn Eukalyptus ist besser als sein Ruf.
Schon seit Jahrzehnten wird in Äthiopien Eukalyptus als schnellwachsendes Bau- und Feuerholz angepflanzt. Doch dann geriet der Baum in Misskredit: Er entziehe dem Boden zu viel Wasser und Nährstoffe und vergifte den Boden. Wissenschaftlich werden diese Nachteile jedoch nicht bestätigt. Im Gegenteil: So ist das Verhältnis zwischen Wasserverbrauch und Produkt von Biomasse (Holz) sehr günstig. Aufgrund seiner hartlaubigen Blätter benötigt Eukalyptus nur wenig Wasser. Eukalyptus nimmt Getreidepflanzen nur Wasser weg, wenn das Wasser äußerst knapp ist. Ansonsten sind die Wurzeln viel tiefer als die der Getreidepflanzen und schützen so den Boden vor Erosion. Es ist somit sinnvoll, Eukalyptus zwischen Getreide, Pflanzen und Büsche zu setzen, er darf nur nicht zu eng gepflanzt werden. Auch wächst Weizen und anderes Getreide problemlos auf Boden, wo vorher Eukalyptuswald war.
In den 22 Baumschulen, in denen die Stiftung selbst Setzlinge für Wiederaufforstungs- programme, Wasser- und Bodenschutzmaßnahmen zieht, werden daher inzwischen auch Eukalyptusbäume produziert. Ihr Anteil macht jedoch nur drei bis fünf Prozent der Setzlinge aus. Hauptsächlich werden indigene Baumarten sowie Obstbaumsetzlinge und Kaffeepflanzen herangezogen und verteilt. Dagegen wird in den von Bauern auf privater Basis betriebenen Baumschulen zum großen Teil Eukalyptus gezüchtet.
Denn die äthiopischen Bauern schätzen den Baum, weil er so schnell und gerade wächst. Schon nach wenigen Jahren kann das Holz zum Bauen genutzt oder verkauft werden; Äste, Zweige und Blätter werden zum Feuermachen verwendet. Ist ein Stamm einmal gefällt, wächst aus dem Wurzelstock ein ebenso gerader Stamm nach.
Menschen für Menschen unterstützt die gezielte Eukalyptuspflanzung um die Wohnhütten der Bauern oder am Feldrand. Und auch bei Wiederaufforstungspflanzungen wird vereinzelt Eukalyptus gesetzt. Denn Eukalyptus stellt für die Landbevölkerung eine gute Einkommensquelle dar. Dafür sind diejenigen, die die neuen Waldgebiete nutzen können, auch für Pflege und Erhalt verantwortlich. Überall achten jedoch Experten der Stiftung bei Neubepflanzungen darauf, dass kein Monokultur-Forst ensteht, sondern gesunde Mischwälder.
Wollen auch Sie Bäume in Äthiopien pflanzen?
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