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Dr. Martin Grunder
 
"Zuerst war ich von Karls Mut beeindruckt, nach Projektbesuchen auch von der Effizienz seiner Arbeit."
Schon in den 80er Jahren begegnete der Bautechniker und Geograph Martin Grunder zum ersten Mal Karlheinz und Almaz Böhm. Seit sechs Jahren arbeitet er nun als Projektkoordinator bei Menschen für Menschen.
 
 
Afrikas Böden sind bedroht. Allein in der Sahelzone verwandeln sich jedes Jahr riesige Flächen landwirtschaftlicher Nutzfläche in Wüste. Äthiopien ist heute nur noch auf drei Prozent der Landesfläche bewaldet. Die Ursachen sind vielschichtig: Überweidung, Abholzung für dringend benötigtes Feuerholz, Bevölkerungswachstum und Klimawandel - um nur einige zu nennen. All das führt zu einer Verödung der Böden. In der Folge werden gigantische Mengen fruchtbaren Landes weggeschwemmt oder verweht.
Gemeinsam mit den äthiopischen Bauern arbeitet Menschen für Menschen in allen Projektgebieten daran, die traditionellen Anbaumethoden zu verbessern. Das Anlegen terrassenförmiger Felder und die Befestigung durch tief wurzelndes Vetivergras ist eine erste, aber langfristig wirksame Maßnahme gegen die Erosion. Zur Neubepflanzung werden in Baumschulen jedes Jahr bis zu sieben Millionen neue Setzlinge gezogen. Um den restlichen Baumbestand des Landes nicht nur zu bewahren, sondern auch zu vergrößern, initiiert die Äthiopienhilfe neben den Wiederaufforstungsprogrammen auch die Verteilung von holzsparenden Lehmöfen und veranstaltet Schulungen für den ökologischen Anbau. Menschen für Menschen baut darauf, dass die Landwirte ihr Wissen selbständig weitergeben und im ganzen Land viele Nachahmer finden.
Für die erfolgreiche Entwicklungshilfe wurde Karlheinz Böhm von der äthiopischen Universität Alemaya mit der Ehrendoktorwürde in Agrarökologie ausgezeichnet. Denn wo immer er Landwirtschaftsreformen umsetzen kann, bieten ökologische Nachhaltigkeit und die Steigerung der Erträge den Bauern und ihren Familien eine gesicherte Lebensgrundlage.
  • Produktion und Verteilung von 86 Millionen Baumsetzlingen zur Aufforstung
  • Landwirtschaftstrainings für 53.659 Teilnehmer
  • Insgesamt 31.420 km lange Terrassen, Stein- und Erdwälle zum Schutz vor Erosion
  • Wiederaufforstung von 1.984 Hektar großen Landflächen
  • Anpflanzung von Vetivergras zur Bodenkonservierung auf 2.778,23 km
 
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